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Erste-Hilfe:
Im Notfall richtig handeln
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Im Notfall richtig handeln
Gesundheitsblog November 2019
Erste-Hilfe: Im Notfall richtig handeln
Es ist eine beängstigende Vorstellung, plötzlich Zeuge einer Notsituation zu werden und um das Leben eines anderen Menschen kämpfen zu müssen. Zwar hat fast jeder schon einmal einen sogenannten Erste-Hilfe-Kurs absolviert, doch meist ist das dort Gelernte schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Somit fühlen sich die wenigsten Menschen auch wirklich in der Lage, Erste-Hilfe-Maßnahmen richtig durchzuführen. Viele fürchten, dabei Fehler zu machen. Der einzige Fehler, den man jedoch begehen kann, ist tatenlos zuzusehen. Denn selbst, wenn im Ernstfall umgehend ein Notruf erfolgt, vergeht meist wertvolle Zeit, bis die Rettungskräfte eintreffen.
Die folgenden Tipps zeigen, was Sie als Laie im Notfall tun sollten:
Ruhe bewahren und Gefahren für sich und andere ausschließen
Wer im Notfall unüberlegt handelt, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch andere unnötig in Gefahr. Deshalb ist es ratsam, sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen, um die entsprechenden nächsten Schritte in der richtigen Reihenfolge einzuleiten: Versuchen Sie zunächst herauszufinden, was genau geschehen ist und welche Gefahren drohen. Bei Verkehrsunfällen mit Verletzten gilt es beispielsweise, zuerst die Unfallstelle abzusichern, damit keine Folgeunfälle passieren. Die eigene Sicherheit hat bei allem, was Sie tun, oberste Priorität!
Notruf unter 112 absetzen
Als nächstes sollten Sie den Notarzt unter der europaweiten Notrufnummer 112 oder über eine Notrufsäule kontaktieren. Haben Sie keine Scheu, die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen sind geschult und werden Ihnen genau sagen, wie Sie sich weiter zu verhalten haben. Um die Situation besser beurteilen zu können, wird man Ihnen folgende Fragen stellen:
- Wo ist etwas passiert?
- Was genau ist geschehen (Unfallursache)?
- Wie viele Verletzte gibt es?
- Welche Verletzungen weisen die Betroffenen auf?
- Wer meldet den Unfall?
Dadurch wissen die Rettungskräfte, was sie am Unfallort erwartet und sind in der Lage, vorab den Umfang der benötigten Maßnahmen einzuschätzen.
Achtung:
Auch Menschen, die nach einem Unfall zunächst unverletzt wirken, können dennoch Schaden davongetragen haben. Möglicherweise stehen sie unter Schock und können durch unreflektiertes Verhalten sich und andere gefährden. Deshalb ist es wichtig, Betroffene anzusprechen, sie zu beruhigen, und sie aus der Gefahrenzone zu bringen, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind.
Wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen: Stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Beatmung, Versorgung von offenen Wunden
Überprüfen Sie zunächst den Bewusstseinszustand der betroffenen Person. Ist sie nicht mehr ansprechbar, kann möglicherweise eine Wiederbelebung erforderlich sein. Dazu müssen Sie nachschauen, ob Atmung und/oder Puls noch vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, wird die sogenannte stabile Seitenlage erforderlich. Sie verhindert, dass Flüssigkeiten wie Blut oder Erbrochenes in die Atemwege gelangen, an denen der Bewusstlose ersticken könnte.
Versorgung von Schnittverletzungen
Neben stabilen Seitenlage und der Wiederbelebung durch Herzdruckmassage und Beatmung, gehört auch die Versorgung von Schnitten zum Repertoire der Ersthilfe. Denn offene Wunden gehen gleich mit drei Gefahren einher: Blutverlust, Infektionen und Schmerzen. Stark blutende Wunden sollten immer mit einem sogenannten Druckverband behandelt werden, um einen zu großen Blutverlust zu vermeiden. Dabei muss die Wunde zunächst gut abgedeckt werden. Zusätzlichen Druck, um die Blutung zu stillen, erzeugt man, indem beispielsweise ein kleines Päckchen Mullbinden oder andere Gegenstände in den Verband einbindet. Achten Sie darauf, so steril wie möglich zu arbeiten, um Folgeinfektionen zu vermeiden. Verwenden Sie – sofern vorhanden – sterile Handschuhe, während Sie offene Wunden versorgen.
Wissen regelmäßig auffrischen
In eine Notfallsituation kann jeder geraten - und zwar jederzeit. Umso beruhigender, wenn Sie dann wissen, was zu tun ist. Leider besitzt ein Großteil der Menschen in Deutschland nur mäßige Erste-Hilfe-Kenntnisse. Zwar hat fast jeder schon mal einen dementsprechenden Kurs absolviert, doch meist liegt dieser viele Jahre zurück. Tatsächlich sollte man sein Wissen alle zwei bis drei Jahre auffrischen. Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst oder die Johanniter bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse an. So schaffen sie das nötige Grundwissen, um im Notfall wirksam helfen zu können.

